Moment mal...
Jesus und Simeon

Michael Bracht
Die „Darbringung Jesu im Tempel“ sechzig Tage nach seiner Geburt (Lukas-Evangelium, Kapitel 2, Verse 22 bis 35), das ist kein großer und herrlicher Auftritt eines Stars, sondern die Entdeckung der ungewöhnlichen Gottesnähe im Gewöhnlichen und Normalen.

Auch uns, unseren Händen, wird das Göttliche im Heiligen Mahl anvertraut. Gott überlässt sich uns und will nicht von uns lassen. Ja, meine Hände dürfen ihn tatsächlich anfassen. -
Jesus-und-Simeon
Die Bibel erzählt uns die Begegnung des greisen Simeon mit dem Jesuskind, eine Begegnung, die Simeon sein Leben lang als Verheißung begleitet hat: Dass er nicht sterben werde, ehe er nicht den Heiland gesehen habe. Ob er wohl nie müde geworden ist, auf diesen Moment zu warten? Ob er wohl niemals daran gezweifelt hat, dass dieser Augenblick kommen wird?

Sein weiser Blick, der nun auf Jesus ruht, verrät darüber nichts. Denn dieser eine Moment lässt ihn die Mühen eines ganzen Lebens vergessen: In seinen Armen liegt der, der Licht der Völker sein wird.

Wie damals so auch heute: Im Segen, der von diesem Kind ausgeht, sind wir Gott auch im Alltäglichen unseres Lebens ganz nahe.

Herzlich grüßt,

Ihr Michael Bracht, P.



Gemälde: Simeon
Walter Habdank, 1990