Moment mal...
Johannes tauft Jesus

Michael Bracht
Demütig empfängt Jesus die Taufe von Johannes. Jesus kommt also nicht als Superheld mit übermenschlichen Kräften, nicht als Halbgott, sondern als Mensch, als ein Mensch, der von Anfang an den Weg Gottes geht.

Die Taufe ist das Tor zu diesem Weg. Jesus geht durch das Wasser der Taufe und öffnet uns so den Weg zu Gott.

Es ist ein Lebensweg, den Jesus da mit uns teilt. Mit allen Höhen und Tiefen, mit Ermutigung und Enttäuschung, mit FreunTaufe-Christidschaft und Verlust. Ja, das ganze Leben in seiner Fülle ist eingeschlossen in die Taufe. Das gilt für die schönen und guten Tage, und es gilt für die Tage, die uns Mühe machen - auch an ihnen haben wir Raum bei Gott, weil Jesus diesen Weg gegangen ist.

Jesu Weg geht weiter, führt schließlich zum Kreuz. Johannes trägt schon den roten Mantel des Märtyrers, Jesu Lendentuch weist schon auf das Kreuz. Auch Sterben und Tod teilt Jesus mit uns. Auch darin lässt er uns nicht allein. Sie sind Teil unserer Wirklichkeit, aber sie trennen uns nicht mehr von Gott. Denn Jesu ist noch weiter gegangen, sein Weg führt durch den Tod in neues Leben in der Gegenwart Gottes.

Von nun an gilt für jede(n) kraft der Taufe die Zusage Gottes: „Du gehörst zu mir. Ich rufe dich bei deinem Namen. Wir sind verbunden, jetzt und alle Zeit.“ - Kann es etwas Größeres geben?

Herzlich grüßt
Ihr Michael Bracht, P.



Gemälde: „Taufe Christi“
Pietro Perugino um 1498/1500,
Kunsthistorisches Museum, Wien