Moment mal...
Aschermittwoch

Michael Bracht
Da sitzt du nun, du armer Narr, ganz zusammengesunken. Sehe ich da etwa ein kleines bisschen Schuldbewusstsein? - Sieht fast so aus.

Da sitzt du also, du eingefangene Stimmung, und hast „nix“ mehr zu lachen. Schluss mit lustig! Dahin ist die Leichtigkeit, verflogen der Frohsinn. Ja, ja, am Aschermittwoch ist alles vorbei ...
AschermittwochDa sitzt du nun und hältst dich fest an dir selbst und klammerst dich an der Oberfläche. Ist kalt geworden, so ganz allein mit dir, was?!

Da hab' ich einen alten und bewährten Tipp: Mach dir ein paar wärmende Gedanken: Wer willst du sein, und glaubst du, das geht gut? Was gibst du bloß vor, was ist alles Schein? Was bestärkt dich und wer gibt dir Halt? - Macht nichts, wenn du nicht auf alles eine schnelle Antwort parat hast, du hast ja Fastenzeit. Und noch was: Sei ehrlich mit dir. Sonst bleibt alles, wie es war.

Aber jetzt: Genug gejammert! Heb' doch mal den Kopf und schau nach oben! - Siehst du's nicht? Typisch Narr: Hast zwei gesunde Augen und bist doch so blind. Das Licht ist mit dir, du bist im Licht. Das Licht, es verheißt dir das Leben; das Licht ist's, das dich trägt und dich hält; es richtet dich auf. Das Licht, es hat einen Namen, und der ist „Jesus, mein Herr und Gott!“

Herzlich grüßt,

Ihr Michael Bracht, P.



Gemälde: Aschermittwoch
Carl Spitzweg, um 1855/1860