Lichtmess, das Fest der Kerzen

Michael BrachtDas große Zeichen dieses Tages ist das Licht. „Ein Licht zu erleuchten die Heiden“, so preist Simeon das Jesuskind. Aber nicht nur Christus ist das Licht der Welt. Er selbst sagt zu uns: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14)

Das heißt doch: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten, nicht um uns, sondern in unserem Herzen, von Christus her. Den Glanz seines Antlitzes tragen wir in uns. Deshalb sind auch wir Licht, Licht für die Welt.

Seit alters her ist Licht mit KerzeLichtmessn verbunden. - Kerzen mit ihrem reinen, klaren Licht sagen uns: Leuchten kannst du nur, wenn du liebst. Liebe hast du nur, wenn du bereit bist, dich zu verschenken, zu verzehren wie eine Kerze.

Maria macht es uns vor, wie es gehen kann. Sie nimmt sich selbst ganz zurück. Sie übergibt an „Lichtmess“, dem Fest der Darstellung des Herrn im Tempel, ihr Kind Gott, dem Vater . Gerade weil sie nicht selber im Licht stehen will, bringt sie Christus, bringt sie das Christliche so sehr zum Leuchten.

An Lichtmess ist der Tag schon rund eine Stunde länger hell als an Weihnachten. Wir spüren es: Das Licht des Tages ist stärker als die Nacht. Dunkel ist die Welt aber nicht nur zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Dunkel und kalt erfahren wir sie überall dort, wo Streit, Neid und Hass herrschen.

Christus will, dass wir genau dorthin das Licht bringen - nicht mit großen Gesten, sondern mit einem liebevollen Wort, mit einer Handreichung, mit einer Unterstützung, mit Solidarität.

Herzlich grüßt Sie, liebe Leserinnen und Leser,
Ihr Michael Bracht, P.



Gemälde: Hans Holbein d. Ältere
Darstellung Christi im Tempel, (Ausschnitt), Öl auf Holz, 1501